Susanne Hahn violoncellist, pianist, composer

Susanne Hahn
l(i)ebenswert

Wie schön, wenn man eine Sprache spricht und trotzdem verstanden wird. Es sind die besonderen Momente, die das Leben lebenswert machen. Dann muß ich feststellen, dass ich reich bin. Mein Umfeld hat mich breichert und ich bedanke mich. Manchmal sind es nur ein paar Worte, die fallen und der Urheber ist sich dessen vielleicht gar nicht bewusst, dass er damit etwas bewirkt hat. Es gibt Menschen, die mich, obwohl ich sie gar nicht sehe, begleiten. Mein Leben lang. So gab es einen Cellisten in Frankreich, der mir immer Mut machen wollte, sobald ich an mir zweifelte. „Si tu veux, tu peux“ (wenn Du willst, kannst Du) oder eleganter „Wo ein Wille ist, ist ein Weg.“waren seine Worte. Glaube, Liebe, Hoffnung…und dann Berge versetzen. Ist das das Ziel? Gibt es ein Ziel, wo es doch den Weg gibt und der Weg ja vielleicht viel wichtiger ist? Ich bin, also denke ich lieber nicht, sondern lasse mich treiben. Ich finde lieber als zu suchen. Ich warte nicht – erwarte nicht – also atme ich. Alle Wege führen nach Rom.

bewundernswert

In unserem Viertel gibt es einen Mann, der mit einem langen Holzspieß regelmäßig den Müll der anderen beseitigt.
Das besondere dabei ist, dass er strahlt, er scheint das gerne und aus Überzeugung zu tun,ist immer gut gelaunt und begrüßt einen mit einem Lächeln. Er wirkt auf mich außerirdisch und ich frage mich, ob wir das vielleicht alle tun sollten. Dann hätten wir bald paradiesische Zustände. Immerhin gibt es nun weniger Plastik-Tüten. Ein Schritt in die richtige Richtung.

Überraschung

Die schönsten Dinge im Leben passieren oft dann, wenn man überhaupt nicht damit rechnet,
oft dann, wenn man nicht eisern ein Ziel verfolgt, sondern einfach ist.
Im Hier und Jetzt angekommen betrachtet man die Dinge, wie sie eben sind.
Die lichten Momente, diese wundervollen Überraschungen, geben uns Kraft und machen das Leben lebenswert.
Ich danke all denjenigen, die mein Leben so wunderbar bereichern.

Poly

Meine Musik ist des öfteren polyrhytmisch – warum? Es geht mir nicht darum, möglichst kompliziert zu wirken – im Gegenteil. Es ist fast nie so, daß ich vorher beschließe, welche Rhythmen ich miteinander verbinde. Meistens entsteht alles von alleine und erst hinterher beginne ich zu analysieren, was eben entstanden ist. Manchmal wundere ich mich und muß schmunzeln. Eigentlich ist es ganz einfach. Nehmen wir an, das Klavier spielt kontinuierlich im 5-er, das Cello hingegen im 3-er, sie treffen sich jedesmal auf der Eins. Was ist daran kompliziert? Wenn ein großer Mensch mit langen Beinen und ein kleiner mit kurzen nebeneinander herlaufen denkt ja auch keiner darüber nach, daß sie nun im Gleichschritt gehen müßten – militärisch korrekt. Ein Sizilianer und ein Hamburger… ja, sie sind verschieden und dennoch kommen sie zusammen an. So könnte man trotz aller Gegnsätzlichkeit von Harmonie sprechen –
und vielleicht ist das auch die versteckte Botschaft.

„Timeless Forever“ im Jenischhaus

SUSANNE HAHN IM JENISCHHAUS

Schwarz und Weiss

die goldene Mitte…gibt es die?
Wechselbaeder…kalt und heiss
hell und dunkel
regnet es zu lange, sehnt man sich nach der Sonne
ist es heiss, will man Regen
sehnt man sich immer nach dem, was gerade nicht ist?
ist Sehnsucht eigentlich positiv?
Sucht des Sehnens…fuer Kuenstler vielleicht ja ein MUSS
Melacholie, Leidenschaft
ist es eigentlich erstrebenswert ohne Leid zu sein?
Kann ich noch lachen, wenn ich das Weinen verlernt habe???
die goldene Mitte
naehme ich Schwarz und Weiss – wo waere die Mitte? Grau?
ist Grau nun die goldene Mitte? hmmm
vielleicht doch lieber Schwarz und Weiss?
Richtig und Falsch – Gut und Boese
was ist nun richtig und was ist boese
b o e s e. merkwuerdiges Wort
den Teufel an die Wand malen
sollen wir das mal machen?
vielleicht wird der ja ganz bunt und lustig
wer glaubt hier eigentlich was?
cogito ergo sum…das reicht doch eigentlich schon
am Ende komme ich ja doch wieder am Anfang heraus
Ich akzeptiere also die Tatsache: mann hat mich gezeugt
was vorher war hat mir ja noch keiner so genau erklaert und das Hinterher sowieso nicht. Ich bin und schwimme im Ozean des Universums
das kann wunderschoen sein…wenn ich mich einfach treiben lasse
…irgendwann fangen meine grauen Zellen sowieso wieder von vorne an

geradeaus- gib mir ein JA!

Jeins bremsen, sie ziehen Energie. Jedes Ja und jedes Nein ist dagegen befreiend. Es ist eine sehr einfache Rechnung und ich kann nur jedem wärmstens empfehlen diese unnützen Jeins abzuschütteln. Hat man sich dann erst einmal befreit, ist man bereit zu atmen, kann man Berge versetzen. Klarheit. Ein gemeinsames Ja ist ein Geschenk. Geradeaus in Lichtgeschwindigkeit, schwerelos dem Horizont entgegen.
…und ein Nein ist ein Ja für etwas anderes – in jedem Fall besser als ein klägliches Jein.

Timeless Forever Susanne Hahn Description

Timeless Forever CD Susanne Hahn

As life sometimes isn’t easy, I wanted to create a special CD – out of time and far removed from normal, commercial, mainstream music. A dreamy project to be found somewhere between classic, jazz and film music. I studied classical music but have played in so many different bands – bossa nova, tango argentino, Greek and Persian music. After working with songwriters (German, Italian and French), playing funky jazz and composing theatre and film music (of an experimental nature), I finally decided to create my very own project. If you want to classify my music, it could be world music. At the age of three I began to play the flute, at six the piano and later the cello. Music is my life. For me the healing aspect of music has become more and more important and this CD has its spiritual side. But you don’t have to believe in anything at all – you can simply listen and relax, and discover some polyrhythmic structures behind the romantic melodies. Just enjoy it. Susanne

Improvisation

Ich liebe es, zu improvisieren – am liebsten in einem entspannten, eher ruhigen Ambiente mit aufmerksamen Mitspielern, denjenigen, die es noch nicht verlernt haben, zuzhören und auf den anderen tatsächlich zu reagieren. In der Stille, Mut zur Pause, Mut, zu atmen, dem anderen den Raum zu geben, ihm einen Teppich zu bereiten, ein Beet auf dem er wachsen kann, sich entfalten kann. Ein wahrhaftes Miteinander, welches mit einem einzigen, leisem Ton beginnt, getragen von behutsamem Respekt für neue Impulse auf die wir antworten. Ein Ton folgt dem nächsten, jeder ist mit jedem verbunden und jeder einzelne ist wichtig. Kein Glied der Kette darf fehlen, denn sonst reißt sie. Sie sind verbunden, schwingen miteinander, aus einem Tropfen wird ein See und schließlich ein Meer, in dem Magie entstehen kann. So trägt Dich das Wasser – Du fühlst Dich frei und dennoch sanft verbunden. Musik ist wie Wasser, die Sprache, die uns wortlos macht.